Die systemische Beratung und Therapie beinhaltet einen zukunfts- und lösungsorientierten Ansatz. Nicht die Vergangenheit sondern die Zukunft steht im Vordergrund. Dabei sind die eigenen Ressourcen und die spezielle Situation des Klienten und seines Umfelds (System) maßgeblicher Bestandteil und Taktgeber bei der Lösungsfindung.
Wir „Systemiker“ gehen von der Selbstständigkeit des Klienten aus und betrachten ihn daher als „Experten in eigener Sache“. Insofern orientiert sich die systemische Beratung und Therapie vorrangig an den Anliegen und Wünschen der Klienten. Darüber hinaus vertreten wir die Auffassung, dass der einzelne Mensch an sich nicht losgelöst und vereinzelt von seinen ihn umgegebenen Systemen (Familie, Beruf, etc.) betrachtet werden kann.
Unter Verwendung systemischer Arbeitsmethoden finden sich Lösungsansätze üblicherweise im Kontext des Individuums, seiner Resourcen und seiner Systeme.
Als ich unter meinen Bekannten das Thema publik machte, dass ich dabei bin, mich als systemischer Berater selbstständig zu machen, wurde ich häufig gefragt: „Systemischer Berater? Was? Häh? Was ist das eigentlich?“
Mir ist durch solche Äußerungen erst bewusst geworden, dass es nicht selbstverständlich ist, dass jede oder jeder weiß, was die Systemische Beratung und Therapie ausmacht. Ich wurde dann gefragt, ob ich in kurzen Sätzen erklären könnte, was ein systemischer Berater denn so macht.
Das Ganze war vor meinen Augen relativ einfach. Immerhin beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit der Thematik. Als ich versuchte, es in Worte zu fassen, fiel es mir schwer, das Thema kurz und prägnant zu erklären, denn es war zu komplex. Und genau das ist es. Die systemische Beratung ist sehr komplex. Im Vordergrund steht der Klient, von dem wir ausgehen, dass er Experte in eigener Sache ist. Wir gehen auch davon aus, dass der Klient am besten weiß, was für ihn gut ist und dass er die Lösung für das vermeintliche Problem bereits in sich trägt. Als systemische Berater sind wir geschult, den im Klienten gährenden Prozess zu klären und die Lösung optimal zu begleiten. Dafür ist es manchmal notwenig „Licht ins Dunkle“ zu bringen, die losen Enden eines Wollknäuels aufzulösen, dem Chaos Struktur zu geben und/oder durch systemische Techniken dem Klienten zu helfen, seinen Weg zu finden. Für den Lösungsprozess ist es hilfreich, dass der Klient einen Veränderungswunsch und auch die Motivation zur aktiven Begleitung des Lösungsprozesses mitbringt. Die Vermittlung von systemischer Haltung und die Wahrung der selben auf der Seite des Beraters ist ein wichtiger Baustein im Lösungsfindungsprozess. Mein therapeutischer Ansatz ist diesbezüglich eher als fordernd zu bezeichnen.
Mein Motto lautet: "Don’t dream it, be it" (Rocky Horror Picture Show)
Von der Tendenz her soll dieses Motto heißen: eher nicht ewig über etwas nachdenken, nicht so viel darüber reden, sondern mehr in die Handlung kommen und machen.
Dabei gilt es, nicht nur die eigenen Befindlichkeiten und Bedürfnisse, sondern auch die Befindlichkeiten und Bedürfnisse des umgebenden Systems nicht zu vergessen und in den Lösungsprozess mit einzubeziehen.
Weitere Ausführungen zur systemischen Beratung finden Sie auf Wikipedia, bei der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V., sowie in zahlreich erschienener Fachliteratur.
Die systemische Beratung ist eine lösungs- und ressourcenorientierte Methode, die nicht nur einzelne Personen, sondern das gesamte Umfeld eines Menschen betrachtet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beziehungen und Wechselwirkungen innerhalb sozialer Systeme, wie z. B. Familien, Teams oder Organisationen. Diese ganzheitliche Perspektive ermöglicht es, neue Wege und Lösungen zu entwickeln, die nachhaltig und individuell passend sind.
In den FAQ finden sie eine Auswahl von wichtigen, häufig gestellten Fragen und meinen Antworten zur systemischen Beratung/Therapie.
Jederzeit. Präventiv. Klassisch. Als Begleitung bei Trennung.
Eine systemische Beratung kann bereits mit wenigen Sitzungen dazu beitragen, eine Beziehung zu verändern.
Gönnen Sie sich dieses Erlebnis nicht erst, wenn es zu spät ist.
Hilfestellung bei Veränderungsprozessen. Bei lösungsorientierter Grundeinstellung.
Schwer zu beantworten. Wahrscheinlich, wenn Sie der Meinung sind, dass eine Beratung durch einen systemischen Berater/Therapeuten für sie hilfreich ist. Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die alt und glücklich verstorben sind, ohne jemals in den Genuss einer systemischen Beratung gekommen zu sein. Allerdings sind auch schon viele Menschen verstorben, denen zu Lebzeiten eine systemische Therapie sicher gut getan hätte.
Beide Methoden sind nicht als Gegenmodelle gedacht.
Die Psychotherapie ist der Therapieansatz für diagnostizierte psychische Erkrankung bzw. auch eine Methode, die bei der Diagnosestellung psychischer Erkrankungen hilfreich sein kann.
Der systemische Ansatz ist ein Bestandteil der Psychologie und damit findet sich die systemische Therapie auch als Bestandteil der Psychotherapie wieder. Welchen Schwerpunkt ein Therapeut bevorzugt, ist letztendlich seine Sache. Ich würde ganz salopp formulieren, dass die systemische Therapie weniger analytisch und etwas mehr lösungsorientiert ist. Es wird weniger nach den Ursachen eines Problems gesucht, sondern mehr an der Lösung des Problems gearbeitet. Daher benötigt eine systemische Therapie auch häufig weniger Sitzungen.
Für manche Patienten mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung ist eine fundierte Psychotherapie mitunter zwingend erforderlich.
Auch wenn es den Nagel nicht ganz auf den Kopf trifft, ein vergleichendes Beispiel aus der Medizin:
Ein systemischer Berater (unterste Stufe der systemischen Qualifikationen) entspricht in etwa einem medizinisch vorgebildeten, fundiert ausgebildeten Heilpraktiker und ein Psychologe/Psychiater einem Allgemein-/Facharzt.
Im Rahmen einer (Psycho-) Therapie kann ein von den gesetzlichen Krankenkassen zugelassener Therapeut auch systemische Ansätze in die Therapie einfließen lassen und die Kosten werden dann im Rahmen der Therapie auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Kosten einer systemischen Beratung/Therapie bei einem systemischen Berater ohne Abrechnungszulassung durch die gesetzlichen Krankenkassen werden nicht übernommen und die Kosten dafür sind privat zu tragen.
Nach Erstkontakt und bestenfalls bereits telefonisch erfolgter Auftragsklärung erfolgt nach kurzer Einleitung die Systemanalyse, gefolgt von lösungsorientierten Interventionen und einem zusammenfassenden Abschluss mit Nachbereitung. Danach wird das weitere Vorgehen (Hausaufgaben, gegebenenfalls Terminvergabe für eine weitere Sitzung) besprochen.
Die systemische Beratung und Therapie gilt als Kurzzeittherapie. Meistens kann schon mit wenigen (drei bis fünf) Sitzungen ein gutes Ergebnis erzielt werden.
Bei einer „klassischen“ Paartherapie sind zumeist fünf Sitzungen und mehr sinnvoll.
Das weiß man vorher nie. Im Verlauf des Gespräches werden wir feststellen, ob die Chemie zwischen uns stimmt und Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen.
Die Beratung/Therapie kann jederzeit ohne Nennung von Gründen und Rechtfertigung abgebrochen werden.
Sowohl als Arzt als auch als systemischer Berater unterliege ich der Schweigepflicht. Schweigepflichtsverletzungen sind strafbar. Ausnahmen davon können bestimmte Fachgespräche unter Kollegen (zum Beispiel im Rahmen einer Supervision) betreffen.
Abhängigkeiten können wechselseitig entstehen. Sollte eine derartige Situation auftreten, wären sofort entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um ein Abhängigkeitsverhältnis zu beenden. Ein interessanter Artikel ist dazu im Magazin der Süddeutschen Zeitung Heft (33/2024, 15.8.2024) erschienen:
Grundsätzlich ja.
Ich bevorzuge allerdings den persönlichen Kontakt in Präsenzgesprächen, da einige Übungen und systemische Interventionen nur in Präsenz ausgeführt werden können. Zusätzlich erlaubt mir körperliche Präsenz auch, die Körpersprache besser zu erfassen und in das Beratungssetting mit einzubeziehen.